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Projektbeschreibung

Foto: A. Avdeenko / A. Bohne

Hintergrund

In einem laufenden Projekt analysieren wir in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Äthiopien und der äthiopischen Regierung die Auswirkungen verbesserter Bodenfruchtbarkeits-Managementmethoden auf landwirtschaftliche Praktiken und Produktivität im äthiopischen Hochland.*

Äthiopien, das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung des afrikanischen Kontinents ist gleichzeitig auch eines der am wenigsten verstädterten Länder der Welt. 80% der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten (ECOSOC 2016), hauptsächlich im Hochland, wo der überwiegende Anteil kultivierbaren Bodens zu finden ist (Mulualem & Yebo 2015). Dementsprechend beruht auch ein Großteil der Bevölkerung (etwa 85%, CSA 2015) auf der Landwirtschaft als Haupteinnahmequelle. Trotz der Bedeutung des landwirtschaftlichen Sektors und des natürlichen Potentials der Hochlandregion bleiben sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch die landwirtschaftlichen Erträge gering und Armut und Unterernährung sind weit verbreitet.

Um die landwirtschaftliche Produktivität zu verbessern und damit einhergehend die Krisenanfälligkeit der Bauer*innen zu verringern, wurde 2015 ein ganzheitliches Bodenfruchtbarkeitsmanagementprojekt (ISFM+ – integrated soil fertility management) in den Regionen Amhara, Oromia und Tigray lanciert. ISFM+ legt den Schwerpunkt auf Schutz und Wiederaufbau des Bodens im äthiopischen Hochland und zielt auf die Beeinflussung von Bodencharakteristika, so dass Pflanzenwachstum und die Verfügbarkeit knapper Nährstoffe verbessert werden. Der gewählte ganzheitliche Ansatz nutzt die eigenen Ressourcen und landwirtschaftlichen Praktiken der Landwirt*innen, inklusive der Einsparung von Boden und Wasser sowie der Fruchtfolge auf den Feldern. Der Hauptanbau besteht aus Weizen, Mais und Hirse. Durch die Beratung, den Ausbau der Kapazitäten und die Unterstützung von Äthiopiens landwirtschaftlichen Beratungsdiensten und landwirtschaftlicher Büros, erwarten wir einen breiteren Gebrauch ganzheitlicher Bodenfruchtbarkeits-Managementtechnologien und verbesserte Ernteerträge.

Evaluation

Der Forschungsansatz einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) erlaubt eine rigorose Bewertung der Projektwirkung durch den Vergleich von Mikro Wassereinzugsgebieten zwischen der Maßnahmegruppe und der Kontrollgruppe. Diese Wirkungsevaluation wird zur Effektivität des ausbildungsbasierten ISFM+ Programms beitragen, indem es Informationen zur Bodenfruchtbarkeit und zu von landwirtschaftlichen Betrieben bereits angewandten Verfahren, zu den Einstellungen der Landwirt*innen zu innovativen Technologien – oder allgemein – zu den landwirtschaftlichen Ansätzen. Auf diese Weise gewährt die Evaluation Einblicke in Bodenschutz- und Nahrungsschutzstrategien.

 

*Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Auftrag gegeben.