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Projektbeschreibung

Hintergrund

In Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO – International Labour Organization) Südafrika haben wir Wirkungsevaluationen zum Bildungsprogramm für Unternehmertum in Gymnasien der Free State Province in Südafrika, durchgeführt.

Jugendarbeitslosigkeit ist in vielen Ländern ein großes Problem. Weltweit lag die Jugendarbeitslosigkeitsrate im Jahr 2013 mit 74,5 Millionen Jugendlichen im Alter von 15-24 Jahren bei 13,1 Prozent, (ILO, 2014). In Südafrika waren über 30 Prozent der Jugendlichen arbeitslos, in der Free State Province sogar fast 50 Prozent (South African SME Observatory, 2013). Nur ein Prozent der Jugendlichen in Südafrika sind Unternehmer*innen, was bedeutend weniger als in den meisten anderen afrikanischen Ländern ist. In Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit wird unternehmerische Bildung zunehmend als wichtige Strategie im Umgang mit der Herausforderung Arbeitslosigkeit angesehen.

Evaluation

StartUP&go ist ein innovatives Bildungsprogramm zum Unternehmertum, welches von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Südafrika durchgeführt wird. Es wurde im Wirtschaftsunterricht in den 10. bis 12. Gymnasialklassen der Free State Province eingeführt. Das Hauptziel ist die Steigerung des Anteils junger Frauen und Männer an Unternehmenden. Die gewünschten Ergebnisse des Projekts beinhalteten: a) positivere Einstellung gegenüber den Vorzügen von Unternehmertum, b) stärkere Absichten unternehmerisch tätig zu werden und c) ein größerer Anteil junger Menschen, die ein Unternehmen gründen. Das neue Programm fußte auf experimentellen Lernmethoden, wie Unternehmens-Spiele und Geschäftssimulierungen, welche mit den Anforderungen an den südafrikanischen Lehrplan für Wirtschaftsunterricht angepasst worden waren.

Basierend auf Paneldaten von 16.000 Schulkindern wurde das Modul für unternehmerische Bildung mit Schwerpunkt auf die schulischen Leistungen, Einstellung gegenüber Unternehmertum und dem Status des Arbeitsverhältnisses ausgewertet. Ein quasi-experimenteller Ansatz (Difference-in-Difference-Schätzung) wurde gewählt, da die 60 begünstigten Schulen keine Randomisierung ermöglichten. Dabei konnte genutzt werden, dass die Maßnahme nur in manchen Klassen des 10. Jahrgangs angewandt wurden, während die anderen Klassen, die 11. und 12. Jahrgänge, sowie die 10 Kontrollschulen als Kontrollgruppen dienten. Das ermöglichte verschiedene Arten von Pseudo-Maßnahmentests/Placebo-Maßnahmentests, die zur Gewährleistung der Belastbarkeit der Ergebnisse mit der Analyse von Stichprobenauswahl verbunden wurden. Die kurzfristigen Ergebnisse der Wirkungsevaluation deuteten eine gestiegene Anzahl von Schulkindern an, die eine Unternehmensgründung dem Ende der gymnasialen Ausbildung in Betracht zogen, sowie eine gestiegene Anzahl von Schulkindern, die die Gründung eines eigenen Unternehmens für eine gute Karrierewahl halten.